Stand: 28.11.2022 05:48 Uhr

In Wilhelmshaven treffen sich von heute an Dänemark, Deutschland und die Niederlande zur 14. Wattenmeerkonferenz. Es geht unter anderem um den Schutz des Wattenmeeres vor den Folgen des Klimawandels.

Ein weiterer Schwerpunkt des viertägigen Treffens soll der Nutzen des Meeres für den natürlichen Klimaschutz sein, wie das Bundesumweltministerium vorab mitteilte. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) betonte vor der Konferenz, dass der Schutz des Wattenmeeres “von höchster Bedeutung” sei. Die Wattenmeerkonferenz sei der Ort, um verschiedene Interessen “unter einen Hut zu bringen”. Nötig sei etwa der Ausbau der Windenergie auf See, auch wenn dieser Eingriffe in das Wattenmeer bedeute. “Aber wir brauchen erneuerbare Energien, gerade auch auf See, um den Klimawandel zu stoppen”, sagte Meyer.

Auf einem Hafengelände erstreckt sich eine lange Pipeline für Flüssiggas (LNG). © Screenshot

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Lemke: Wattenmeer kann Treibhausgas speichern

Auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) will zur Konferenz anreisen. Mit Blick auf Klima-, Verschmutzungs- und Biodiversitätskrise wachse der Druck auf das Wattenmeer und seine Artenvielfalt, sagte sie. “Umso dringender ist es, dass die drei Wattenmeerstaaten – Deutschland, Dänemark und die Niederlande – zusammenarbeiten und den Schutz unserer Meere und Küsten voranbringen.” Die drei Länder könnten zudem voneinander lernen – etwa beim natürlichen Klimaschutz. Das Wattenmeer könne zum Beispiel erhebliche Mengen an Treibhausgasen in Salz- und Seegraswiesen und in Schlickböden speichern. “Diese Funktionen möchten wir durch umfangreiche Maßnahmen im Rahmen des Aktionsprogramms ‘Natürlicher Klimaschutz’ zusammen mit den Küstenländern stärken”, sagte Lemke.

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Vor Borkum soll neues Gasfeld entstehen

So wichtig das Wattenmeer also ist, steigt doch auch die Gefahr für dieses Ökosystem. In Wilhelmshaven selbst etwa soll in wenigen Wochen ein schwimmendes Terminal für den Import von Flüssigerdgas (LNG) in Betrieb gehen. Naturschützende sorgen sich, dass mit Bioziden behandelte Abwässer negative Folgen für das nahe Wattenmeer haben werden. Vor der ostfriesischen Insel Borkum an der Grenze zu den Niederlanden soll nahe dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zudem ein neues Gasfeld erschlossen werden. Und im schleswig-holsteinischen Wattenmeer könnte die Ölförderung auf der Plattform “Mittelplate” ausgebaut werden. Umweltschutzverbände fordern daher ein Bekenntnis zu einem Ausstieg aus der fossilen Energiegewinnung.

Deutschland hat seit 2018 den Vorsitz bei der gemeinsamen Wattenmeer-Zusammenarbeit inne, die seit 1978 zwischen den Anrainer-Ländern besteht. Auf der alle vier Jahre stattfindenden Wattenmeerkonferenz stimmen die Länder ihr Vorgehen ab.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen |
Regional Oldenburg |
24.11.2022 | 09:30 Uhr

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