Russische Aktien rund um Öl und Gas waren über Jahre wahre Value-Wunder. Dabei ist das Geschäft mit dem „schwarzen Gold“ doch eher zyklisch. Mit steigenden Ölpreisen werden die Werte wiederentdeckt und sind zuletzt auch gestiegen. Wir haben mit Gazprom einen der wohl bekanntesten Vertreter für Sie analysiert und sagen Ihnen, ob sich die Aktie lohnt oder eben nicht. Zuvor aber ein Blick auf das Unternehmen selbst. Gazprom ist mit einem Anteil von 18% an der Weltfördermenge und dem Besitz von 17% der weltweit nachgewiesenen Reserven der weltgrößte Erdgaskonzern. Zu den Geschäftsbereichen zählen die Erschließung, Förderung und Lieferung von Erdgas. Hauptabnehmer sind neben Russland die GUS-Staaten sowie Europa.

Abstriche wegen der Pandemie

In den ersten 9 Monaten 2020 hat die Corona- Pandemie den russischen Gasriesen stark belastet. Der Umsatz ist um 24,5% auf 4,3 Bio RUB gesunken. Unterm Strich stand ein Verlust von 202 Mrd RUB. Besonders schlecht lief das Geschäft in Europa, wo die Nachfrage um 10% und der Gaspreis um 34,4% gesunken ist. In den GUSStaaten wurde 21% weniger Gas zu einem um 5% niedrigeren Preis verkauft.

In Russland ist das Verkaufsvolumen um 7% zurückgegangen. Der durchschnittlich realisierte Gaspreis ist durch die Schwäche des Rubels allerdings um 1% gestiegen. Insgesamt ist das Verkaufsvolumen in den ersten 9 Monaten um 10% zurückgegangen. Aufgrund der Fördermengenbeschränkung, des Nachfragerückgangs und der niedrigeren Preise musste die Gassparte einen Umsatzeinbruch von 28% verschmerzen. Bei der Öl-Sparte lag der Umsatz sogar 40% niedriger. Bei den Raffinerien ist der Umsatz um 28% und in der Elektrosparte um 7% gesunken.

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